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Vor 20 Jahren sahen wir ihn noch oft, inzwischen hat er sich rar gemacht! Sein Bestand ist in dieser Zeit um 98 % zurückgegangen: der Aal, einer der faszinierendsten Fische überhaupt, ist vom Aussterben bedroht!

Unser Aal hat ein bewegtes Leben, denn geboren in den Tiefen der Sargassosee, im offenen Atlantik vor Florida, begab er sich als kleine Larve auf die Reise! Nach 3 Jahren kam er vor der europäischen Küste an und kämpfte sich als 7 cm kleiner Glasaal flussaufwärts bis in seinen See. Hier lebt er nun, räubert Würmer, Krebse und Larven, aber auch kleine Fische werden geschickt aus dem Wasser gepflückt. Hier wächst er zur vollen Größe aus, die Weibchen immerhin bis 1,50 m, und speichert vor allem viel Fett. Die Geschlechtsreife ab ca.15 Jahren ist der Startschuss für die 5000km-lange Rückreise, flussabwärts zur Küste und wieder durch den Atlantik bis zu seinem Geburtsort. Dabei schwimmt er in erstaunlichen Tiefen von 200 m bis 1000 m! Diese Reise dauert 1 bis 2 Jahre, in denen er keinerlei Nahrung aufnimmt. Er muss allein von seinen Fettreserven zehren, denn sein Verdauungsapparat wird jetzt zu körperfüllenden Geschlechtsorganen umgebaut. Am Geburtsort angekommen laicht er ab und stirbt, der Kreislauf beginnt von vorn!

Ob es sein Nachwuchs aber tatsächlich wieder bis in unsere Seen schafft, wird ein immer größeres Risiko. Auf dem Weg lauern ohnehin viele Gefahren, es gibt immer neue Hindernisse in den Flüssen, auch ein eingeschleppter Parasit findet viele Opfer. Besonders heikel wird es jedoch vor der Küste Europas, wo die Schwärme der kleinen Glasaale in großen Mengen (auch illegal) für den asiatischen Markt abgefischt werden. Sollte es die Profitgier tatsächlich schaffen, diesen einzigartigen Fisch auszurotten? Wäre jammerschade!

Sigi Blubb